Startseite > Massentierhaltung > Vergleich-RROP 8.5.2008 Gegenüberstellung UVU / RROP  Umweltverträglichkeitsuntersuchung Erweiterung Hähnchenmastställe Hemann, Osteroden/ Regionales Raumordnungsprogramm RROP Allgemein: Der Bau der Hühnermastställe ist eine wesentliche Änderung an bestehenden  Betriebseinheiten. Insgesamt sind es  dann 675 Schweine und 255600 Hähnchenmastplätze. Das Landschaftsbild wird sichtbar verändert und es werden  ca. 6000 m³ Boden versiegelt. Das abwechslungsreiche Landschaftsbild der Region Osnabrück fördert den Fremdenverkehr. Die vielfältig  gegliederte Landschaft mit bewaldeten Höhenzügen und die weiten ansprechenden Niederungen bieten sowohl dem  Urlauber als auch dem Besucher aus der Region selbst eine Vielzahl von Entfaltungsmöglichkeiten. Der Betrieb liegt  im „Vorranggebiet für ruhige Erholung in Natur und Landschaft“, und im „Vorsorgegebiet für Land  und Forstwirtschaft Erholung Rohstoffgewinnung“  „Die Vorrangigkeit schließt entgegenstehende Nutzungen grundsätzlich aus, und wird u. a. mit besonderer Eignung  des Nutzungspotenzials „Erholungsgebiete“ begründet“.  „Die Siedlungs- und Infrastruktur ist so zu entwickeln, dass sie sich in die historisch gewachsene Kulturlandschaft  einpasst. Notwendige Erneuerungen und Umstrukturierungen sind behutsam durchzuführen, so dass historische  Siedlungsstrukturen in ihren Funktionen möglichst gesichert und die Lebensbedingungen der Bewohner verbessert  werden“.  „Die Kulturlandschaften im Landkreis Osnabrück sind so zu erhalten und zu pflegen, dass historische  Landnutzungsformen dauerhaft erhalten bleiben“.  „Die Gemeinde Merzen ist als - Standort mit der besonderen Entwicklungsaufgabe Erholung - im RROP  ausgewiesen und ausdrücklich nicht als - Standort mit der Schwerpunktaufgabe Sicherung und Entwicklung von  Wohn- und Arbeitsstätten - “. Anmerkung:  Das RROP bezieht somit eindeutig Stellung zur Verbesserung der Lebensqualität und zum Erhalt der heimischen  Kulturlandschaften. Emissionen: 1. Ammoniak Eine Zunahme der Emission von Ammoniak von 8,5 to um 45% auf 12,5 to pro Jahr wird durch die jetzige  Vorbelastung schon erreicht oder überschritten. Bei mehr als 12.5 to Ammoniak muss ein Mindestabstand von 722 m zu Ökosystemen (Heide, Moor, Wald)  eingehalten werden. Die Waldabstände betragen z. Z. 230 bis 650 m. Insbesondere die heimischen Wälder zählen zu den ammoniakempfindlichen Ökosystemen. Sie überlagern in weiten Teilen das Untersuchungsgebiet (UG), ca. 600 m im Radius der geplanten Anlage. Die Immissionsprognose anhand eines Ausbreitungsmodells ergab, dass die Ammoniak- belastung nicht weiter  ansteigt und die Grenzwerte eingehalten werden. (3 µg /m³).  (Somit entfällt der Mindestabstand von 722 m zum Wald) Die Prognose ergibt somit keine erheblich höhere Ammoniakbelastung der Wälder. Die Ammoniakdeposition wird mit 5 -20 kg N ha/Jahr angegeben. Belastungsgrenzen sind hier 10 – 40 kg N ha/Jahr, dadurch sind erhebliche Nachteile nicht auszuschließen. Auf der  Kreisstrasse K111 übersteigt er jedoch 20 µg /m ³. Das Geflügelmistaufkommen liegt bei etwa 1533 to/Jahr, entsprechend 127 to/Monat. Er wird in der Regel ohne Zwischenlagerung auf dem eigenem Acker verbracht.  Abwässer werden gesammelt (ca.12.500 m³/Jahr) und ebenfalls auf betriebseigenem Acker verbracht. Bei  unsachgemäßer Handhabung kann eine Umweltgefährdung durch Reinigungs- und Desinfektionsmittel nicht  ausgeschlossen werden. Anmerkung:  Gemäß des Europäischen Schadstoffemissionsregisters (EPER) wird der Betrieb nach der geplanten  Baumaßnahme als industrieller Komplex eingestuft. Der Schwellenwert zu meldendender Schadstoffe von 10 to Ammoniak/Jahr wird überschritten und muss somit der  EPER als Betriebseinrichtung angezeigt werden. Gemäß der EPER-Entscheidung ist eine Betriebseinrichtung "ein industrieller Komplex mit einer oder mehreren  Anlagen am gleichen Standort, an dem ein Betreiber eine oder mehrere Tätigkeiten gemäß Anhang I durchführt". 2. Stickstoff  Kein Anstieg der Stickstoffbelastung. Der Stickstoffgrenzwert der Waldränder von 4 kg Rein-N je Hektar und Jahr  wird eingehalten.  3. Nitrat  Die Nitratauswaschung ist schwer abzuschätzen, es ist davon auszugehen, das keine wesentlichen Auswirkungen  auf das Nitratgehalt bei Grundwasserneubildung haben wird.  In den Wassergewinnungsgebieten des Wasserwerks Plaggenschale besteht eine hohe  Nitratauswaschungsgefährdung. Vorherrschende Bodenarten dieses Gebietes sind Sande. Eine hohe  Grundwasserneubildungsrate steht im direkten Zusammenhang mit derart leichten und sorptionsschwachen Böden.  Gerade im Bereich Merzen ist die potentielle Nitratauswaschungsgefährdung groß bis sehr groß! Quelle: Daten des Nieders. Bodeninformationssystems NIBIS Nieders. Landesamt für Bodenforschung, 1999 Anmerkung:  Annähernd das gesamte Untersuchungsgebiet ist Vorranggebiet für Wassergewinnung und ist als  Wasserschutzgebiet „Plaggenschale“ ausgewiesen. 4. Staub Künftig werden 1,1118 kg Staub pro Stunde ausgeblasen. Es überschreitet somit die festgesetzten Immissionswerte von 0,1 kg Staub pro Stunde. Der Feinstaub PM10 ist überhöht (Jahresmittelwert 34 µg /m³ und 15 Überschreitungen von 50 µg /m³, als  Tagesmittelwert der letzten 4 Jahre) und wurde daraufhin ermittelt.  Das Ergebnis: Die Irrelevanzgrenze von 1,2 µg /m³ bei den anliegenden Wohnhäusern wird nicht überschritten.  Die Staubbelastung wird sich nicht maßgeblich erhöhen. Keime, Allergene und Endotoxine nehmen mit der Entfernung stark ab. Das Risiko der direkten Gesundheitsgefährdung der dort wohnenden Personen ist nach jetzigem Kenntnisstand als  relativ gering einzuschätzen, dies gilt besonders bei  Geflügelarten. Derzeit gibt es hierzu jedoch keine  rechtsverbindlichen Abstands- und Schutzvorschriften. Keime und Staubemissionsminderungen sind somit nicht  erforderlich.  Die Feinstaubbelastung (PM 10) an der Kreisstrasse K 111 liegt über 10 µg /m³. 5. Gerüche Wohnbebauungen sind im Untersuchungsgebiet (UG) nach $$ 30 + 34 BauGB  (Baugesetzbuch) nicht vorhanden. Mit „Wohnbebauungen“ sind beplante und faktische Wohn- und Mischgebiete innerhalb von Ortslagen gemeint.  Nach der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) bezieht sie sich nicht auf einzelne Wohnhäuser  im Außenbereich, da ihnen nach dem „Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme“ ein geringerer Schutzanspruch als der eines Wohn- und Mischgebietes zukommt. Die Abstandsforderung der TA Luft wird somit des Anwohnerschutzes nicht gerecht. Der Schutz vor unzumutbaren Geruchsemissionen kann somit nicht sicher gestellt sein, weil in der  Nähe schon eine Vorbelastung besteht. Im Außenbereich ist auf Belange der landwirtschaftlichen Betriebe Rücksicht zu nehmen. Darum können 20 % Geruchsstundenhäufigkeitsüberschreitungen zugelassen werden.  In Wohn- und Mischgebieten gelten 10 %, im Gewerbe/Industriegebiet sind es 15% Geruchsstundenhäufigkeit. Es zählt nur Geruchshäufigkeit und nicht die Intensität. Wegen der Modernisierung des vorhandenen Louisiana-Hähnchenmaststall durch Einbau neuer Lüftungstechniken  nimmt die Geruchsbelastung ab. Auch die Überschreitungshäufigkeit steigt nicht an, sondern wird teilweise sogar verringert!  Die Überschreitungshäufigkeit der betroffenen Anwohner im Einzelnen:  Vorher Nachher Lammers 21% - 21% Rolfes 17% - 16% Von Eberstein 25% - 21% Tasche 21% - 21% Anders 21% - 21% Im Ergebnis ist festzustellen, dass die Anwohner nach Fertigstellung der beiden geplanten Hähnchenmastställe nicht stärker mit Gerüchen belastet werden als in der gegenwärtigen Situation. Ziele der Raumordnung Menschen, Tiere und Pflanzen, Boden, Wasser, die Landschaft sowie Kultur- und sonstige Sachgüter und die  Atmosphäre sind vor schädlichen Luftverunreinigungen zu schützen. Dem Entstehen von Luftverunreinigungen ist  entgegenzuwirken. Vorhandene Luftverunreinigungen sind abzubauen.  Luftverunreinigungen Luftverunreinigungen sollen abgebaut werden.  Hauptziele sind Schadstoffreduzierungen an den Emissionsquellen, da eine Betrachtung der Immissionen allein  nicht zu aussagekräftigen Ergebnissen führt. Eine Luftverbesserung setzt den Erhalt von Frischluftschneisen in Form von landwirtschaftlich genutztem  Dauergrünland, Wald- und Wasserflächen als Verbindung zwischen Umland und Siedlungskern voraus. Landwirtschaft  Allgemeines Leitbild für die Landwirtschaft im Landkreis Osnabrück sind im Haupt- oder Nebenerwerb nachhaltig  bewirtschaftete, bäuerliche Betriebe, die mindestens einer Familie oder Lebensgemeinschaft ein ausreichendes  Einkommen sowie eine angemessene Lebensqualität dauerhaft gewährleisten können.  Die Landwirtschaft soll qualitativ hochwertige Nahrungsmittel umweltverträglich erzeugen.  Forstwirtschaft  Der Wald, seine Lebensgemeinschaften und seine Funktionen sind durch Immissionsbedingte Waldschäden  ernsthaft gefährdet.  Zur Erhaltung der (Wald-) Ökosysteme ist eine erhebliche Minderung des Schadstoffausstoßes auf allen Ebenen  erforderlich.  Alle Maßnahmen, die Immissionsbedingte Waldschäden mindern, sind für alle Waldbesitzarten zwingend notwendig. Erholung: Die Möglichkeit der Erholungsnutzung- und Funktion wird durch die intensive Tierhaltung bereits beeinträchtigt, und  ist deshalb relativ gering.  Die geplanten und schon vorhandenen Ställe haben erheblichen Einfluss auf den Menschen. (Geruch, Staub,  Keime, Allergene). Erholung, Freizeit, Sport Der Wohnungsbezogenen Naherholung wird vom Landkreis Osnabrück eine hohe Priorität eingeräumt. Die  natürlichen Voraussetzungen für die Naherholung sind zu sichern und umweltverträglich so zu entwickeln, dass sie  die Lebensbedingungen der Bevölkerung in den Regionen verbessern, die ökologischen Funktionen des  Naturhaushalts und das Landschaftsbild nicht beeinträchtigen und den Erholungs- und Erlebniswert der  Kulturlandschaft erhalten. Der Betrieb liegt  im „Vorranggebiet für ruhige Erholung in Natur und Landschaft“  Die Vorrangigkeit schließt entgegenstehende Nutzungen grundsätzlich aus, und wird u. a. mit besonderer Eignung des Nutzungspotenzials „Erholungsgebiete“ begründet. Die zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung für die ökologischen Probleme unserer Industriegesellschaft und  ein steigender Nachfragetrend nach naturnaher Erholung erfordern künftig in verstärktem Maße geeignete  Maßnahmen zur Erhaltung und Pflege der ökologischen Grundlagen, die gewissermaßen das „Betriebskapital“ des  Osnabrücker Landes darstellen. Von zentraler Bedeutung sind hierbei Maßnahmen, die dem Natur- und  Landschaftsschutz dienen“. Kontakt Impressum I Suchen >> I Kontakt Startseite I Seitenanfang I