Startseite > Hügelgräber > Ost- und Westeroden Osteroden  Hügelgräberfeld Plaggenschale  Das ,Hügelgräberfeld Plaggenschale’ (1199) ist das größte und am besten erhaltene Grabhügelfeld im Landkreis  Osnabrück. Entstanden ist es vermutlich in der jüngeren Bronzezeit/frühe Eisenzeit. (ca. 1000 v. Chr.)  Es liegt in der Gemarkung Ost- und Westeroden und befindet sich östlich der Westerodener Strasse zwischen  dem Wittenberg im Süden und dem Boberg im Norden. Im Zuge einer Flurbereinigung vor einigen Jahren wurde  das ehemals zu Plaggenschale gehörende Gebiet den Ortsteilen Ost- und Westeroden zugewiesen. Daher auch  der Name ,Hügelgräberfeld Plaggenschale’ . Der heutige Flurname lautet ,In der Hellenkammer’ .  Dieses, früher auch ,Karberg’, ,Kargberg’, ,Kirchberg’ oder auch ,Heidenfriedhof’ genannte Gebiet erstreckt sich  auf eine Länge von ca. 350 m, und einer Breite von ca. 150 m. Zwei Hinweisschilder sind hier aufgestellt.  Hügelgräberfeld Plaggenschale (1199) Nach einem Windbruch Anfang der 70er Jahre hat der Landkreis Osnabrück mit finanzieller Hilfe des Landes  Niedersachsen ein Großteil dieser Fläche gekauft bzw. langfristig gepachtet. Der vorhandene Kieferbestand wird  geschlagen, damit sich die ehemalige Heidevegetation allmählich wieder ausbreiten kann. Auch durch Anlegen  eines Parkplatzes und die Aufstellung einer Erläuterungstafel soll dieses Denkmalensemble der Öffentlichkeit  erschlossen werden. Ferner ist eine Verbindung durch einen Wanderweg zum 6 Kilometer entfernten  ,Steingräberweg Giersfeld’ in Westerholte beabsichtigt.  Durch die vom Süden her ausgehobene Sandgrube, die weniger als 40 m an das Gräberfeld heranreicht, schien  dieses touristische Ziel auf Jahre hinaus nicht realisierbar. Diese kurze Distanz wird zwar von den  Archäologen  bedauert, aber man weist auch darauf hin, dass man in der Zukunft einen größeren Abstand verlangen wird. Auf  Initiative der “Westerodener Bankbauer” wurde im Oktober 2004  eine Hinweistafel aufgestellt, mit Lageplan der  Gräber und einer Erläuterung des Hügelgräberfeldes. Finanziell und materiell unterstützt wurde das Vorhaben  durch die Gemeinde und dem Landkreis, insbesondere durch die Kreis- und Stadtarchäologie Osnabrück.  Gleichzeitig wurden an der B218 und an der Pausenbank “Witten Weg” Hinweisschilder angebracht. Es ist ein  weiterer Schritt, den frühgeschichtlichen Nachlass unserer Vorfahren besser ins Bewußtsein zu bringen.   Weitere  aktuelle Informationen unter Wacholderhain und Galerie.  Im Jahre 1976 zählte man bei einer Bestandsaufnahme 111 Grabhügel. Die meisten besitzen einen Durchmesser  von 4 bis 9,5 m und eine Höhe von ca. 0,2-0,5 m. Auffallend sind noch drei weitere größere Hügel von jeweils 15  m bis 18 m im Durchmesser. Hinzu kommen noch einige ovale und langförmige Gräber, von denen einige die  stattlichen Maße von bis zu 39 m Länge und 5- 6 m Breite erreichen. Ein weiterer Grabhügel hat die Form eines  Schlüssellochs. Ein1975 ausgegrabener, und anschließend rekonstruierter Grabhügel war ebenfalls von einem  Schlüssellochgraben eingefasst.  Rekonstruiertes Schlüssellochgrab(1200) (Bild: Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück) Doch schon im Jahr 1839 wurden 120 Urnen ausgegraben. Teilweise 4 bis 6 Urnen aus einem Grabhügel. Auch  wurden eine Pinzette und eine Haarzange aus Bronze, zwei Nadeln und ein Messer aus Kupfer als Grabbeilagen  gefunden. Außerdem fand man noch 4 Schleifsteine. Die Urnen mit den Beigaben kamen in den Besitz des Dr.  J.H.B. Hartmann aus Ankum. Durch einen Hausbrand im Jahre 1848 wurde die Sammlung fast vollständig  zerstört. Nur wenige Gegenstände, der vom Brand verschont gebliebenen Sammlung, gelangten später in das  Kulturgeschichtliche Museum Osnabrück. Die Wegespuren  Die im Jahr 1975 erstmalig genauer beschriebenen Wegespuren (1201) befinden sich direkt nördlich des  ,Hügelgräberfeld Plaggenschale’ in einem Mischwald, in der Gemarkung Ost- und Westeroden. Die bekannte  Gesamtlänge beträgt ca. 800 m. Erhalten sind jedoch noch nur etwa 600 m. Im westlichen Bereich wurde wegen  der Anlage eines Ackers ein Teilstück verfüllt. Im östlichen Bereich wurde ca. 50 m verfüllt. Bis zu sieben parallel  verlaufende Hohlwege sind noch zu sehen.  Mit einer Breite von bis zu 15 m, einer Tiefe bis 1,7 m und einer  Sohlbreite bis 2,5 m gehören sie zum größten im Landkreis Osnabrück noch erhaltenem Zeugnis  vorgeschichtlicher Mobilisierung. Die Wegespuren sind vermutlich schon in der Nutzungszeit des nahen  Grabhügelfeldes vor ca. 3000 Jahren entstanden und bis in die Neuzeit befahren worden. Begründet wird dieses  hohe Alter durch die unmittelbare Nähe zum  Gräberfeld.  Doch auch dieses Bodendenkmal wird durch den fortschreitenden Sandabbau vom Osten her in seiner  Gesamtheit bedroht. Eine bestehende Sandgrube reicht schon jetzt bis an den Spuren heran. Noch Anfang der  90er Jahre wurde ein Antrag zur Erweiterung der Grube, die ca. 4 ha Waldfläche umfasste, vom Landkreis  abgelehnt. Im geplanten Abbaugebiet befanden sich einige Grabhügel, weshalb die Archäologen dieses Vorhaben  ablehnten. Zurzeit (Dez 2003) läuft ein neu gestellter Antrag auf Sandabbau von jetzt ca.1 ha. Diese beantragte  Grube wird die Wegespuren umgraben und so wieder zu einer schwer nachvollziehbaren Insellösung  eines  Bodendenkmals führen. Die Archäologen und die Gemeinde Merzen haben hierzu schon eine positive Stellung  bezogen, und damit dem Landkreis grünes Licht zur Genehmigung des Antrags gegeben.  Einzelgräber  Zwei Grabhügel befanden sich östlich von Osteroden auf dem Kamm des Weserberges. Früher auch als  ,Hamberg’ bezeichnet. Der Flurname ist ,Am Heidkamp’. Wegen Gefährdung durch Bodenabbau sind beide Hügel  im April 1976 komplett ausgegraben worden. Heute ist hier eine fast vollständig rekultivierte Sandgrube  anzutreffen. Das ehemals vorhandene Waldstück wird jetzt jedoch als Ackerfläche genutzt. Der Kreisarchäologe  Dr. Wolfgang Schlüter leitete die Ausgrabungen mit Unterstützung des Archäologischen Arbeitskreises für Stadt  und Landkreis Osnabrück.  Im ersten Grab (1203), dessen Durchmesser mit 6,2 m und eine Höhe mit 0,5 m  angegeben wurde, waren keine Eingrabungen oder Beschädigungen festzustellen. Aufgeschüttet war sie mit  humos gefärbten Sand. Unter der Aufschüttung zeichnete sich ein 50 cm breiter Kreisgraben mit einem Dm. von  3,5 m ab. Der muldenförmige Querschnitt war ca. 15 – 20 cm tief. Reste einer Bestattung wurden nicht gefunden.  Das zweite Grab (1204) lag nur 10 m weiter in südöstlicher Richtung. Die Maße betrugen 5,5 m im Dm. bei einer  Höhe von 0,55 m. Der Rand war durch Überfahren stark beschädigt. Eine Besonderheit fand sich unter der  humosen Aufschüttung: Zahlreiche unregelmäßig angeordnete Pfostenlöcher. Einige waren relativ flach, bei einem  Dm. von nur 10 cm, bei anderen Verfärbungen schloss man auf Durchmesser von 25 bis 40 cm, und einer  Eingrabtiefe bis ca. 40 cm. Aber auch in diesem Grab fanden sich keine Überreste einer Bestattung. Angaben zum  Alter dieser Hügel sind nicht vermerkt.  Ein weiterer Grabhügel (1206), der im Jahr 1898 erstmalig erfasst wurde, befand im Flurstück ,Wesselskamp’ auf  einem Geländerücken. An dem angegebenen Ort, jetzt als Ackerland genutzt, und in dessen näheren Umgebung  fanden sich 1989 aber keine Hinweise mehr auf ein Grabhügel, es war zerstört.    Noch gut erhalten indes ist ein Grabhügelfeld (1207) mit ehemals 17 Grabhügeln. Es liegt ca. 1,5 km südlich der  Bauernschaft Osteroden, auf den südlichen Ausläufern des Rocksberges. Wie der Flurname ,Rochusforst’ schon  andeutet, liegt dieser urgeschichtliche Bestattungsplatz in einem ca. 65 ha großen Mischwald, der zum Staatsforst  Palsterkamp gehört. Die Grabhügel haben einen Dm. von 12-22 m und eine Höhe von 0,5-1,8 m. Zwei wurden  durch Anlegen eines Ackers, vier weitere durch Waldrodung und Wiederaufforstung zerstört. Schon 1807  untersuchte der geschichtsinteressierte Graf Münster-Langelage diesen Ort. Ein Grabhügel wurde beschildert. Er  liegt ca. 250 m nördlich der Straßenkreuzung B218/K111 in Plaggenschale, westlich der Kreisstrasse 111 in der  südöstlichen Ecke eines kleinen Mischwaldes. Alle anderen Hügel liegen östlich der K 111. Hier beginnt der Rochusforst und das, durch ein Hinweisschild  ausgewiesene Landschaftsschutzgebiet. Auch der Heimatforscher W. Hardebeck beschrieb dieses Areal: „Im  Forstort Rocksberg liegen 15 Grabhügel“. Auch von der Sage eines heidnischen Fürsten, der hier in einem  goldenen Sarg begraben liegen soll berichtet er. In anderen Erzählungen heißt es, ein goldener Schatz sei auf  dem Gipfel des Rocksberges (früher Opferplatz) vergraben. Es soll schon früher des Öfteren versucht worden sein  diesen ,Schatz’ zu heben. Ob es jemals gelungen ist, vermag niemand mehr zu sagen. In anderen Gegenden weisen solche Erzählungen  auch auf vorhandene Bodenschätze, wie Sand, Kies oder dergleichen hin. Aber auch die in der heidnischen Zeit  vergrabenen Artefakte könnten ausschlaggebend sein.   Hinsichtlich der aktuellen Bodenausbeutung  kommt letzteres weniger in Frage (Womit ich aber niemandem  ermutigen will, hier nach Sand und Kies zu suchen!).  Hügelgräberfeld Plaggenschale, Blick in südwestlicher Richtung Wegespuren nördlich des Hügelgräberfeld Plaggenschale (1201) 1987 erfasste man eine weitere, etwas südlicher  gelegene Wegespur.  Es handelt sich dabei um einen einfachen Hohlweg  (1205) von 200 m Länge und einer lichten Breite von 7 m.  Die Sohlbreite wird mit 2 m und die Tiefe mit ca.1 m  beschrieben. Sie liegt in einem Kieferbestand und zeigt  offensichtlich einen direkten Bezug zum nordwestlich  gelegenen ,Hügelgräberfeld Plaggenschale’.  Einfacher Hohlweg (1205) Blick in nordöstlicher Richtung Hügelgrab westlich der K111, zugehörig zum Grabhügelfeld Rochusforst (1207) Hügelgrab im Rochusforst (1207) (Rocksberg, im Plattdeutschen ,Raukesberg’ genannt). Im südlich angrenzenden Acker sollen sich nach alten Überlieferungen, mehrere Grabhügel befunden haben, die  damit eine Verbindung zum Urnen- und Grabhügelfeld Kohlberg (1208) in Plaggenschale herstellten. Dieses  berichtet auch der Vermessungstechniker Claasen vom ehemaligem Katasteramt Bersenbrück:,,Bei  Kultivierungsarbeiten nördlich der Kohlberghofes (Plaggenschale) sei ein Urnenfriedhof völlig zerstört worden”.  Einige Urnen hiervon sollen ins Heimatmuseum Bersenbrück gelangt sein.  Großes Hügelgrab im südostlichen Rochusforst (1207) Kontakt Impressum I Suchen >> I Kontakt Startseite I Seitenanfang I