Startseite > Hügelgräber > Dölinghausen Döllinghausen  Im Ortsteil Döllinghausen findet man die ältesten Grabhügel der Gemeinde. Geschätzt wird ihr Alter teilweise auf  fast 5000 Jahre, und stammen somit aus dem Spätneolithikum (späte Jungsteinzeit) oder der älteren Bronzezeit.  Die noch erhaltenen und beschilderten Grabhügel liegen rund um den Hamberg.  Er liegt ca. 2 km nördlich der Ortsmitte Plaggenschale. Eine Strasse, die in nördlicher Richtung von der B218 in  Döllinghausen abzweigt, führt direkt zu dieser 119 m hohen Bergkuppe. Ausgeschildert ist diese Zufahrt nicht,  folgt man aber den Hinweisschildern der örtlichen Sandgrubenbetreiber, kann man diesen Bergrücken nach  einem Kilometer auf der rechten Seite nicht verfehlen. Schon 1902 erwähnte der Heimatforscher Wilhelm  Hardebeck dieses Areal: „Am Hamberge, in der Nähe des Karberges belegen, liegen auf der Heide 10 Grabhügel,  Eigenthum des Colon Becker“.  Im Jahr 1977 wurden zwei Grabhügel  auf einem südwestlichen Ausläufer des  Hamberg erfasst. Beide haben einen  Durchmesser von 16 m und eine Höhe  von 1 m, und sind mit einem  Schutzschild versehen. Der südlichere  Hügel (1184) ragt zum großen Teil in  eine noch bewirtschaftete Sand- grube  hinein.  In Bildmitte liegt der mit Kiefern bewachsene Grabhügel Nr. 1184 Der gut abgesetzte Rand des Bodendenkmals ist nur wenige Meter vom Grubenrand entfernt. Der zweite Hügel  (1183) liegt im nordwestlichen Teil des ca. 3 ha großen Mischwalds. Dieses Grab ist von einem aktuell (Dez 2003)  geplanten Sandabbau bedroht. Der Landkreis beabsichtigt jedoch dieses Waldstück nicht zum Sandabbau  freizugeben. Die sich nördlich anschließende Landwirtschaftliche Nutzfläche (ca. 4 ha.), in dem die Archäologen  einen bereits oberirdisch zerstörten Grabhügel (1189) vermuten, befindet sich ebenfalls im Vorverfahren einer  Sandabbaugenehmigung. Die Erteilung dieser Genehmigung gilt hier jedoch bereits als sicher. Vorort werden  dann Mitarbeiter der Kreis- und Stadtarchäologie Osnabrück die Abtragung der oberen Erdschicht begleiten. Hier  erhofft man den Grabinhalt unversehrt vorzufinden. Ein zweiter Grabhügel (1202) wird etwas nördlicher in einem  Kiefernbestand, ebenfalls aufgrund einer alten Karteneintragung, vermutet. Es wurde1989 erfasst, Hinweise  wurden aber nicht gefunden, es ist wohl zerstört.  Hügelgrab Nr. 1183 im südwestlichem Ausläufer des Hamberges Direkt südlich des Hamberges wurden Anfang 1978 zwei Hügelgräber wegen Gefährdung durch Sandabbau  ausgegraben. Sie hatten einen Durchmesser von 17 m und eine Höhe von ca. 1,5 m. Beim ersten Grab (1186)  wurde die Humusdecke schon einige Monate vor den Untersuchungen  vom Sandgrubenpächter abgeschoben.  Aufgeschüttet war der Hügel mit, einem in der Umgebung nicht vorkommenden, rötlichem Sand, der auf einer  grobkörnigem Kiesschicht aufbaute. Gefunden wurden zwei kleine Gruben und ein ovaler Graben. Sonstige, auf  eine Bestattung zu beziehende Funde wurden nicht gemacht.  Der zweite Hügel (1187) war mit ortsüblichem gelben Sand aufgeschüttet. Im stark gestörtem Hügelzentrum fand  sich der Grundriss einer langen ovalen Steinpackung. Die ungefähr 10-20 cm großen Steine umschlossen  vermutlich eine ca. 2,4 x 1 m große Erstbestattung. Darauf sich beziehende Funde wurden jedoch auch hier nicht  gemacht. Die ältesten vorgefundenen Holzkohleproben wurde durch Auswertung der 14C-Daten auf den Zeitraum  2800 +/- 205 v. Chr. datiert.  Der nur wenige Meter entfernt liegende noch erhaltene Grabhügel (1185) wurde zum größten Teil umgraben. Der  auch im Jahr 1977 erfasste und durch den damaligen Sandabbau gefährdete Hügel liegt am Wegesrand, direkt an  der süd-östlichen Grenze zum Hamberg. Der Hügel hat einen Durchmesser von 14 m und eine Höhe von 1,3 m.  Dieser Grabhügel belegt in bedrückender Art und Weise, den bisherigen Umgang mit kulturhistorischen  Bodendenkmälern. Und das leider nicht nur in unserer Gemeinde.  Grabhügel Nr. 1185 Merzens Antwort auf die Cheobs-Pyramide? Setzt man das gleiche Alter wie bei dem o.g. Hügelgrab (1187) voraus, entstand es analog in einer Zeit, als Pharao  Cheops (etwa 2650-2540 v. Chr.) in Ägypten seine eigene Grabstätte bauen ließ: Die Cheops-Pyramide!  Zum Glück für die Nachwelt gibt es in Ägypten keinen Mangel an Sand, so das uns diese ,Hügelgräber’  zumindest  auf Dauer erhalten bleiben ;-).  Wurden bei uns einzelne Grabhügel ausnahmsweise nicht vollständig vernichtet, so ließ man allenfalls nur die  Kuppe stehen. Wie ein überdimensioniertes Nest klebt das urgeschichtliche Bodendenkmal nun am Grubenrand.  Hier zeigt sich besonders deutlich der damalige enge Kompromiss zwischen dem Erhalt eines Bodendenkmals,  und dem profitorientiertem Ausbeuten vorhandener Bodenschätze. Gegenwärtig erteilen die Archäologen die  Auflage einen Mindestabstand von ca. 20-50 m einzuhalten.  Zu erwähnen ist noch ein Grabhügel (1188), der sich süd-westlich der beiden ausgegrabenen Hügel (1186, 1187)  in einer Weggabelung befand. Der im Herbst 1972 untersuchte Hügel war stark beschädigt. Einseitig bereits  abgetragen und auf der anderen Seite am Weg abgefahren. Es fanden sich nur wenig Leichenbrand und  Holzkohle, vielleicht von einer Nachbestattung. Im Hügelzentrum wurde ein neuzeitlch vergrabenes Kalb gefunden!  Ansonsten aber durch ausbringen einer Rübensaat völlig zerstört.1991 war der Grabhügel ganz abgetragen. Aus  einer undatierten Überlieferung geht hervor, dass ein alter Einwohner namens Kruse berichtete, dass in dem  Grabhügel vor Jahrzehnten einmal eine Urne gefunden worden sei.  Grabhügel Nr. 1185. Blick  aus westlicher Richtung Der Heimatforscher Wilhelm Hardebeck beschrieb noch weitere Grabhügel, die südlich des Hamberg und der  jetzigen Bundesstrasse 218 lagen. Genauere Ortsangaben lauten hier: „ An der Chaussee Schwagstorf-Merzen  befindet sich der Kreuzberg, ein Grabhügel. Das Grundstück ist Eigenthum der Gemeinde Döllinghausen“ (1190).   Zu dem 1895 noch als ,Großer Grabhügel’ dargestellte  Fundort schrieb er weiter: „ Daselbst fand der Colon  Herdemann eine verzierte Urne“. Der Verbleib dieser Urne ist unbekannt. Eine im Jahr 1987 erneut angesetzte  Erfassung dieses Grabes blieb ohne Ergebnis, der Grabhügel war zerstört. Vermutlich lag sie in der nun  vorhandenen, kleinen und seit längerem nicht mehr genutzten Sandgrube.  Ein anderes Grab (1191) beschrieb der Heimatforscher so: „ Ein Grabhügel, der Plattenboll genannt, südlich der  Chaussee, angrenzend an dem Acker des Colon Döllmann, liegt auf dem Gemeindegrund“. 1895 auch  beschrieben als: „Vom Acker umgeben ein großer Grabhügel“. An diesem Ort und in dessen näheren Umgebung  fanden sich 1988 keine Hinweise auf einen Grabhügel, nur Ackerland: Es war zerstört.  Ein weiterer, schon im Dezember 1887 abgetragener Grabhügel (1192), kann nicht mehr genau lokalisiert werden.  Hier fand sich eine schmale Schwertklinge aus Bronze mit scharfer Mittelrippe und abgesetzten Schneidrändern.  Der obere Heftabschluß war bogenförmig und mit sechs kleinen Nietlöchern versehen. Die Länge betrug ca. 60  cm, bei der Hebung zerbrach das Schwert aber in mehrere Stücke.  Bronzeschwert Des weiteren fand sich eine ,unverzierte Urne’. Das Schwert ist im Kulturgeschichtlichem Museum in Osnabrück  verwahrt und wurde auf die ältere Bronzezeit datiert. Die Urne ist aber verschollen. Es muss darum offen bleiben,  ob es sich um eine Beigabe desselben Grabes und somit vielleicht um ein Gefäß der ,Kümmerkeramik’ (aus der  älteren Bronzezeit) oder wirklich um eine Urne und deshalb um eine separate jungbronzezeitliche/eisenzeitliche  Nachbestattung handelt.  Der nächste, ebenfalls nicht genau lokalisierte Grabhügel (1193) erhielt folgende Beschreibung: „ Nordwestl. von  Menken Ackerland liegt auf Gemeindegrund ein Grabhügel, worin der Heuermann des Menke eine Urne fand.“ Der  Verbleib dieser Urne ist auch hier nicht bekannt.  Zwei, ebenfalls von Hardebeck erwähnte Grabhügel (1194), wurden der Gemarkung Döllinghausen  zugeschrieben. Der genaue Standort ist nicht bekannt. Vielleicht kann ein Leser dieser Zeilen mir näheres dazu  mitteilen. Hierzu schrieb Hardebeck: „ Zwei Grabhügel liegen auf dem Köllenberge, westlich an dem Tannenkampe  des Schulte-Schwagstorf grenzenden, hinter den Benkenbokern’schen Höfen, in der Nähe des Schlichthorster  Mühlenbaches.“ Weitere Angaben sind nicht bekannt.  Kontakt Impressum I Suchen >> I Kontakt Startseite I Seitenanfang I